Obama hat gewonnen. Zumindest ist er der Sieger in der Diskussion um den Ort seines Auftrittes in Berlin. Nach dem Angela Merkel (pro forma?) ein Veto einlegte gegen das Brandenburger Tor als Ort der Performance des US Präsidentschaftskandidaten, fiel die Wahl nun auf die - zumindest dem Namen nach – symbolträchtigere Siegessäule. So wird das veni, vidi, vici zum veni, eligi, vici. Oder vielmehr zunächst: eligi, vici, veni.
Man darf gespannt sein, mit welchen rhetorischen Kniffen Obama während seines Berlin Aufenthaltes bezaubern wird. Zu vermuten ist, dass er Anlehnungen an Kennedys geschichtsträchtige “Ich bin ein Berliner” Rede 1963* in Berlin machen wird. Kennedy thematisierte den aktuellen Kommunismus, die Mauer, etc. Er wollte Mauerfall und Freiheit. Damit warb er für Änderung (change). Diese Veränderung fand statt. Und das, obwohl man kaum noch an ihr Eintreffen zu glauben wagte, und die ein langes Hoffen und eine lange Qual war. Das ist doch ein Punkt, an dem Obama, in dessen Kampagne das Schlagwort Change vorherrscht, anknüpfen kann. Auf diese Weise lässt sich in einem starken Deutschland um vereinte Unterstützung für zukünftige außenpolitische Ziele werben. Und zeitgleich um die Stimmer der hier lebenden US Amis. Damit Obama aus unserem Land als Sieger abziehen kann. Notfalls als Sieger der Herzen. Man darf gespannt sein, was die kommenden Tage bringen werden.
*Die deutsche Variante der Rede Kennedys 1963 v. d. Schöneberger Rathaus